Vom Antworten geben hin zum Fragen stellen

On Februar 24, 2026, Veröffentlicht von , in Allgemein, By ,,,,, , mit Kommentare deaktiviert für Vom Antworten geben hin zum Fragen stellen

Schon die drei vorherigen Bücher zum kompakten Leadership-Wissen von Tanja Föhr überzeugten mich mit kreativen Methoden, gelungenen Visualisierungen und praxisnahen KI-Hacks.

Umso größer war meine Vorfreude auf dieses neue Praxishandbuch.

Auch in ihrem neu erschienen Buch „Moderative Führung – Das Praxisbuch“ greift Tanja Föhr das Thema KI auf. Sie setzt sich mit den veränderten Arbeitsrealitäten auseinander, zeigt auf, wie Zusammenarbeit im KI-Zeitalter gelingen kann und welche Rolle Führungskräfte dabei spielen.

Tanja Föhr bringt auf den Punkt, was Führung im KI-Zeitalter braucht: weg vom Alles-selbst-lösen-Wollen, hin zum gemeinsamen Ermöglichen, d.h. zuhören, neugierig bleiben, kluge und empathische Fragen stellen und somit Denkprozesse initiieren.

Besonders spannend finde ich ihren Fokus auf die leisen, scheinbar unspektakulären Momente im Führungsalltag, dort, wo zwischen Tür und Angel Vertrauen entsteht und Haltung Wirkung zeigt.  Auch Begegnungen in der Kaffeeküche oder kurze Gespräche vor und nach Meetings werden häufig unterschätzt. Dabei sind es gerade diese Mikromomente, die Belastungen, Ideen und Eigeninitiative sichtbar machen.

Tanja Föhr verliert sich in ihrem Praxishandbuch „Moderative Führung“ nicht im Dickicht der Führungstheorien, sondern bleibt gewohnt praxisnah.

Sie bietet

  • eine fundierte Einordnung, warum moderative Führung unverzichtbar ist und warum KI sie nicht ersetzen kann.
  • 20 einfache und wirkungsvolle Methoden.
  • konkrete Tipps für unterschiedliche Gesprächssettings.
  • Themengalerien mit schnellen, leicht umsetzbaren Symbolen und Skizzen.
  • Impulse, wie KI als Methodenassistenz sinnvoll genutzt werden kann.

Die Methoden sind zugeschnitten auf Gespräche in Tür- und-Angel-Situationen, Meetings, Workshops sowie Remote- und Hybridformate. Es gibt die „1-2-4-All“, um in kurzer Zeit Beteiligung zu ermöglichen oder die „30-Sekunden-Box“, um Entscheidungen zügig herbeizuführen oder die „Zwerge von ODDS“, die Klarheit schaffen.

Sicherlich könnte ich jetzt kritisch anmerken, dass die Grundsätze des moderierten Führens, wie Tanja Föhr sie aufführt, in vielerlei Hinsicht Parallelen zu den Prinzipien des selbst organisierten Lernens aufweisen. Auch die zugrunde liegenden Werte überschneiden sich mit den agilen Grundwerten.

Neu sind diese Ansätze nicht, doch meines Erachtens liegt gerade darin die Stärke. Es handelt sich um tragfähige Leitideen, deren Qualität und Wirksamkeit sich in unterschiedlichen Kontexten immer wieder bestätigt haben.

Besonders hervorheben möchte ich die visuelle Gestaltung des Buches. Die Zeichnungen, Skizzen und Symbole sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und wirken als kraftvolle Denkverstärker. Sie strukturieren die Inhalte, regen zum Weiterdenken an und verleihen dem Praxishandbuch eine lebendige, anschauliche Qualität.

Fazit:

Tanja Föhr macht moderative Führung zur Schlüsselkompetenz im KI-Zeitalter und tut dies mit einer Klarheit, die unmittelbar Lust darauf macht, das Gelesene im Coaching- und Führungsalltag auszuprobieren.

Dieses Buch ist nicht nur informativ, sondern zugleich inspirierend und kurzweilig und dabei bemerkenswert tiefgehend mit echtem Lerncharakter. Es ist eine Lektüre für alle, die Führung nicht als Ansage, sondern als Beziehungsarbeit verstehen. Und die bereit sind, in den entscheidenden Momenten dazwischen wirksam zu werden.

Und natürlich sind digitale Handouts inklusive.