Kompetenzen des Coaches im Online-Coaching

On Dezember 6, 2011, Veröffentlicht von , in Teamentwicklung, By ,,,, , mit Kommentare deaktiviert für Kompetenzen des Coaches im Online-Coaching

Kompetenzen des Coaches im Online-Coaching

Das Online-Coaching ist eine ernstzunehmende Alternative zum Präsenz- bzw. face-to-face coaching. 

Coaching ist heute als eine feste Größe in der Beratungslandschaft etabliert: aus der Spezialberatung für einen kleinen Kreis von Topmanagern ist eine Massenbewegung geworden. Die starke Verbreitung und Nutzung des Internet verstärkt den Einsatz von sog. Online-Coaching Angeboten, wobei die derzeit existierenden Angebote sehr stark variieren. Konzeption und Nutzung von Angeboten zum Online-Coachung sind zum Teil leider noch sehr unklar und beliebig. Allerdings zeigen erste Praxiserfahrungen und empirische Arbeiten zur internetbasierten Selbsthilfe, das Online-Coaching Angebote durchaus zum Anregen neuer Denk- und Verhaltensweisen oder zur Erzeugung von Zuversicht und Wohlbefinden führen kann. Gerade auch Personen, die zeitlich stark eingebunden und sehr mobil sind, bietet das Online-Coaching eine ernstzunehmende Alternative zum bisher bekannten Präsenz bzw. face-to-face coaching. u.a.

Trotz der zunehmenden Verbreitung des Online-Coaching fehlen noch wissenschaftlich fundierte inhaltliche Konkretisierungen des Begriffes sowie eine klare Abgrenzung zu anderen Beratungs- bzw. Lernformen.

DEFINITION

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Online-Coaching fehlt bis dato. Online-coaching wird  teilweise als virtuelles oder mobiles Coaching bezeichnet, ebenso aber werden auch E-Mentoring, Tele Coaching, E-Tutoring oder Distance Learning synonym verwendet.  Eine Begriffserklärung kann über die Anlehnung an bekannte Coaching Definitionen versucht werden: Online-Coaching ist dann als Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützender Problembewältigung sowie persönlicher Beratung auf Prozessebene für private und berufliche Anliegen über das Internet zu verstehen. 

Coaching wird in seinem Ursprung gekennzeichnet durch einen persönlichen face-to-face Kontakt zwischen Coach und Klienten bzw. der zu coachenden Gruppe. Die Beteiligten befinden sich zur gleichen Zeit im gleichen Raum. Beim Online-Coaching ist zumindest die Kopräsenz der Beteiligten aufgehoben. Das Online-Coaching ist von einer räumlichen und kann von einer zeitlichen Distanz zwischen Coach und Klient gekennzeichnet sein.  Aus diesem besonderen Setting des Online-Coaching stellt sich die Frage nach besonderen Anforderungen an den Online-Coach.

DER COACH

Zu den grundlegenden Anforderungen an einen Coach zählen fundiertes Fachwissen aus den Bereichen Psychologie und Betriebswirtschaft ebenso wie zahlreiche persönliche Kompetenzen wie Selbst- und Lebenserfahrung, das Zuhören können und ein allgemeines Interesse am Menschen. Diese fachlichen und persönlichen Anforderungen gelten sowohl für den face-to-face Coach als auch für den Online-Coach. Allerdings sind für Letzteren weitere Kompetenzen wichtig, die abhängig davon sind, mit welchem Werkzeug (z.Bsp. asynchrone Kommunkation per mail oder newsgroup;  snychrone Kommunikation per Telefon, Chat, VC-virtual classroom) oder in welcher Arbeitsform (Einzel- oder Gruppencoaching) gearbeitet wird.

Im Einzelnen zählen zu diesen speziellen Kompetenzen des Online-Coaches die Medienkompetenz, die didaktisch-methodische Kompetenz, die sozial-kommunikative Kompetenz und internetbasierte Kompetenz.

Der Begriff der Medienkompetenz ist allgemein zu einem zentralen Begriff für das Lernen und Leben in der Informationsgesellschaft geworden. Der Umgang mit den neuen Medien erfordert bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten, die unter diesem Begriff subsummiert werden. Medienkompetenz umfaßt technisches Wissen über das jeweilige Kommunikationswerkzeug und dessen sachgerechte Handhabung. Weiterhin zählt dazu die sog. semantische Kompetenz. Sie bezieht sich auf das Wissen über Gestaltung und Ausdrucksmöglichkeiten einzelner Medien. Das bedeutet, das der Online-Coach die Inhalte und Bedeutungen von Botschaften  erkennen und erfassen sowie einer kritischen Analyse unterziehen können muss. Daneben sollte ein Online-Coach die pragmatische Kompetenz besitzen, mit Hilfe der Medien zu kommunizieren und sie nach eigenem Interesse zu verwenden und zu gestalten.

Didaktisch-methodische Kompetenzen gewinnen dann an Bedeutung, wenn ein Online-Coach mit einer Lernplattform (eine informations- und kommunikationstechnische Software zur Unterstützunng von Lehr- und Lernprozessen und zur Verwaltung von Materielien und Nutzerdaten) arbeitet und dabei eine Lernumgebung gestalten muss. In dieser Lernumgebung stellt der Online-Coach dann unterschiedliche Materialien, Informationsträger und Hilfen bereit, die aufeinander abgestimmt sind. Im Vordergrund hier steht das Lernen der Klienten/Teilnehmer. Dieses Werkzeug des Online-Coachung eignet sich vor allem für das Gruppencoaching.

Aufgrund der spezifischen Art der asynchronen Kommunikation im Online-Coaching, nämlich dem Verzicht auf spezielle nonverbale Kommunikationsformen (wie Gestik, Mimik und  Tonfall), bezeichnen einige Autoren das Online-Coaching als eine verarmte und entmenschlichte Form des interpersonalen Austausches. Online-Coaching geht nach Auffassung dieser Autoren mit einer Reduktion der gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten einher.
Annahme ist hier, dass ein großer Teil der Metakommunikation in einem persönlichen (face-to-face) setting über nonverbale Signale erfolgt. Bei der asynchronen online-Kommunikation sind diese Signale ausgeschlossen, was zu einer Reduktion von gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten führen soll.

Zu fragen ist in diesem Zusammenhang, ob nicht auch durch das geschriebene Wort Gefühle erzeugt werden können oder Intimität hergestellt werden kann.  Auch in der textbasierten Internetkommunikation  können nonverbale Mitteilungen durch netzbasierte Sprachgesten (Akronyme oder Emoticons) ausgedrückt werden.

Für den Online-Coach ist es wichtig, die schriftliche Kommunikation sehr viel genauer und intensiver zu analysieren, als man dies im allgemeinem in einem Gespräch tun würde. Der Online-Coach muss sich die Frage stellen, was ihm der Sender einer Nachricht mitteilen wollte und was die Nachricht emotional in ihm auslöst. Durch mehrmaliges Lesen einer Nachricht, kann die Interpretation des Inhaltes und der ausgelösten Gefühle besser (objektiver) erfasst werden. Grundsätzlich müssen die Partner in der online Kommunikation in der Lage sein differenziert und kontextsensibel schriftsprachlich zu artikulieren.
Auch die im Netz bestehenden Kommunikationsregeln (die sog. Netiquette) müssen befolgt werden um Konflikte zwischen den Nutzern weitestgehend zu vermeiden.  Diese Regeln sind nicht statisch, sondern können, abhängig von Nutzern und zugrundeliegender Technik, weiterentwickelt werden.

Dies zeigt deutlich, das ein Online-Coach neben den o.g. Kompetenzen auch über besondere sozial-kommunikative Kompetenzen verfügen muss um eine, für den Klienten, erfolgreiches internetbasiertes Coaching durchführen zu können

 

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